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Pilgertag am Cammino delle Pievi - Etappe13

Dankbar unterwegs

Ein Pilgertag zum Erntedank

 

Eine besondere Wanderung führte die Naturfreunde St. Stefan und Oberes Gailtal auf dem „Cammino delle Pievi“ (Taufkirchenweg) durch Friaul. Von Sappada ging es über die Malga Tuglia hinauf zum Aussichtsbalkon des Monte Talm.

 

 

Bereits der Auftakt stand im Zeichen des Glaubens und der Gemeinschaft. Nach einem gemeinsamen Kaffee begann der Tag in der Kirche von Cima Sappada. Besonders berührend war, dass an diesem Morgen um drei Uhr von hier aus auch die Wallfahrt nach Maria Luggau gestartet war.

 

Der Pilgerweg war mehr als eine Wanderung von einem Ort zum anderen. Gehen, innehalten, miteinander reden, schweigen und staunen gehörten ebenso dazu wie das gemeinsame Erlebnis in der Natur.

 

Als Leitgedanke begleitete uns die Sonnenblume. Sie steht für Dankbarkeit, Licht, Wachstum, Gemeinschaft und Gottes Schöpfung. Wie die Sonnenblume aus einem kleinen Samenkorn wächst und sich dem Licht entgegenstreckt, so durften auch wir uns auf unserem Weg fragen: Wofür bin ich dankbar? Was ist in meinem Leben gewachsen? Wer hat mir Licht geschenkt?

 

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhielt ein Sonnenblumenblatt, auf dem persönliche Gedanken und Dankesworte festgehalten werden konnten. Aus den vielen einzelnen Blättern sollte am Ende eine gemeinsame Blüte entstehen – ein Zeichen dafür, dass Gemeinschaft aus vielen einzelnen Menschen wächst.

 

Erntedank am Weg

Bei einer Rast wurde unser mitgebrachtes Essen geteilt. Brot, Käse, Obst, Kuchen und Saft wurden zum kleinen Erntedankfest. Dabei wurde bewusst, dass nichts selbstverständlich ist: Hinter jedem Stück Brot stehen Erde, Wasser, Sonne, Saat und Ernte – und viele Menschen, die daran mitwirken.

 

„Nichts wächst ganz allein“ wurde so zu einem Bild für den gesamten Tag. Wir leben in einem Netz des Empfangens und Teilens – in der Natur ebenso wie in unseren Beziehungen.

 

 

Die Friedensglocke als Höhepunkt

Der Höhepunkt der Wanderung war zweifellos die Friedensglocke am Monte Talm. Gemeinsam vor diesem besonderen Ort zu stehen und das Gruppenfoto zu machen, verband Naturerlebnis, Gemeinschaft und den Wunsch nach Frieden.

 

Natürlich durfte bei dieser Gelegenheit auch eine kleine Stärkung nicht fehlen: Monis Killepitsch schmeckte nach den Anstrengungen der Wanderung besonders gut.

  

Viele Blätter – eine Blüte

Nach dem Abstieg führte der Weg zum Abschluss in die Kirche von Prato. Dort wurden die persönlichen Sonnenblumenblätter zu einer gemeinsamen Blüte zusammengelegt.

 

Was am Morgen als einzelnes Blatt begonnen hatte, wurde nun zum Sonnenblumen-Mandala – einem Zeichen der Dankbarkeit und Gemeinschaft. Jedes Blatt war anders, jedes trug einen persönlichen Gedanken. Erst gemeinsam entstand daraus die ganze Blüte.

 

Dieses Bild passte wunderbar zu unserem Pilgertag: Wir sind miteinander verbunden, wir sind beschenkt, wir dürfen wachsen und wir können Licht füreinander sein.

 

Eine Abschlussandacht mit Fürbitten, Vaterunser und Segen ließ den spirituellen Teil des Tages ausklingen. Mit einem gemeinsamen Abendessen im örtlichen Gasthof fand die Pilgerwanderung den Abschluss.

 

Johann Goldberger

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